Wenn ein Kind trotz Übens immer wieder an denselben Stellen scheitert, Mengen nicht sicher erfasst, Zahlenbeziehungen nicht versteht oder beim Rechnen dauerhaft auf zählende Strategien angewiesen bleibt, hören Eltern oft lange Sätze wie: „Das braucht einfach mehr Übung“ oder „Mathe liegt ihm eben nicht“. Aus lerntherapeutischer Sicht beginnt genau hier häufig das eigentliche Problem. Denn eine Dyskalkulie ist nicht einfach „schlecht in Mathe sein“, sondern eine ernstzunehmende Störung der mathematischen Entwicklung.
Für betroffene Kinder ist das oft weit mehr als ein Fachproblem. Mathematik betrifft in der Schule nicht nur Rechenblätter, sondern auch Zeit, Geld, Größen, Sachaufgaben und viele Alltagssituationen. Wenn ein Kind dort dauerhaft Misserfolge erlebt, leidet häufig nicht nur die Leistung, sondern auch das Selbstvertrauen. Viele Kinder entwickeln mit der Zeit Anspannung, Vermeidung oder das Gefühl, grundsätzlich „nicht gut genug“ zu sein.
In diesem Beitrag möchten wir den aktuellen Stand der Forschung verständlich einordnen, erklären, wie eine gute Diagnostik aussieht, welche Förderwege sinnvoll sind und wie die schulische Situation in Bayern konkret aussieht.