Aus diesem Grund wählte er zusätzlich die Didaktik und Pädagogik als zweites Studium
und vertiefte zudem sein Wissen in den Neurowissenschaften, Deutsch und Englisch.
Sein Weg begann nicht mit Erfolg, sondern mit Reibung. Alex ist Legastheniker, und Sprache war für ihn früh ein
Hindernis, schulische Systeme selten eine Hilfe. Lernen funktionierte, aber nie so, wie es vorgesehen war.
Klassische Nachhilfe erklärte Inhalte, sie erklärte Regeln und verlangte Wiederholung, doch sie erklärte nie,
warum diese Wege bei manchen Menschen einfach nicht greifen. Was Alex fehlte, war weder Wille noch Begabung.
Es war ein System, das Unterschiede ernst nimmt. Diese Erfahrung wurde nicht zu einem Rückschlag, sondern zum
Ausgangspunkt seiner Arbeit, lange bevor der Begriff der "Neurodiversität" in der Bildung populär wurde.
Aus Notwendigkeit begann Alex früh, Wissen anders zu behandeln. Texte wurden zu Strukturen, Formeln zu Bildern,
Regeln zu Prinzipien. Er lernte nicht schneller, sondern tieferund strukturierter, indem er Inhalte zerlegte und neu zusammensetzte.
Dabei wurde ihm klar, dass Lernen kein linearer Vorgang ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Kognition,
Emotion, Biografie und Kontext. Später verband er diese persönliche Erfahrung mit einem fundierten Studium
der
Psychologie (1994),
Pädagogik und Didaktik (1998)
sowie mit einem stetigen Studium dessen, was Lernen jenseits von Lehrplänen tatsächlich beeinflusst
(Neurowissenschaften 2010). Nicht, um eine Methode zu finden, sondern um zu verstehen, warum Methoden versagen.
Aus aktueller neurowissenschaftlicher Forschung zu Neuroplastizität, Stress,
Aufmerksamkeit und Motivation, aus klinisch-psychologischen Therapieansätzen, aus didaktischen und pädagogischen
Modellen verschiedener Epochen sowie aus historischen, vergessenen und unkonventionellen Quellen, die moderne
Bildung oft ignoriert. Dieses Wissen zerlegt er und setzt es für jeden einzelnen Menschen neu zusammen. Individuell,
situativ, ohne Schablonen.
Was Alex und sein Team von vielen unterscheidet, ist nicht Kontrolle, sondern Wahrnehmung. Er beobachtet genau, wie Menschen denken,
wo Sprache stockt, wo Angst übernimmt und wo Selbstbilder Lernen verhindern. Er arbeitet nicht gegen Widerstände,
sondern mit ihnen. Seine eigene Legasthenie hat ihm eine Sensibilität gegeben, die sich nicht lehren lässt, eine Fähigkeit,
Lernende nicht zu korrigieren, sondern zu verstehen und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, die wirklich zu ihnen passen.
Lernen, so wie Alex es versteht, ist kein Training. Es ist Beziehung. Zwischen Mensch und Inhalt, zwischen Möglichkeit und
Vertrauen, zwischen dem, was jemand für sich hält, und dem, was tatsächlich möglich ist. Seit fast zwei Jahrzehnten zeigt
seine Arbeit, dass nachhaltiges Lernen dort entsteht, wo Menschen gesehen werden, nicht beschleunigt, nicht optimiert, sondern
ernst genommen. Alex verspricht keine Abkürzungen. Aber er schafft Bedingungen, unter denen Lernen wieder Sinn ergibt.
Und manchmal, zum ersten Mal, leicht wird.
Aber das Wichtigste: Alex bleibt Lernender. Ständig hinterfragt er seine Methoden.
Sein Team und er entwickeln das LernForm-Konzept ständig weiter. Ohne das gesamte Team wäre all das nicht möglich.