Wenn Jugendliche morgens müde in die Schule kommen, wird dies häufig als mangelnde Disziplin oder als Folge eines hektischen Alltags interpretiert. Tatsächlich liegt die Ursache jedoch oft tiefer. Viele Jugendliche schlafen heute deutlich weniger, als ihr Körper eigentlich benötigt. Internationale Studien zeigen, dass ein großer Teil von ihnen regelmäßig weniger als acht Stunden pro Nacht schläft – obwohl gerade in dieser Lebensphase deutlich mehr Erholung notwendig wäre. Schlaf ist dabei keineswegs nur eine Phase der Ruhe. Aus neurowissenschaftlicher Sicht handelt es sich vielmehr um einen hochaktiven Prozess, bei dem das Gehirn Informationen verarbeitet, emotionale Erfahrungen einordnet und neuronale Verbindungen stabilisiert. Gerade für Schülerinnen und Schüler spielt Schlaf deshalb eine zentrale Rolle: Ohne ausreichenden Schlaf fällt es schwerer, aufmerksam zu bleiben, neue Inhalte zu verstehen und sich Gelerntes langfristig zu merken.