Manche Jugendliche erleben ihre Gefühle nicht einfach nur „stärker“, sondern so intensiv, schnell wechselnd
und überwältigend, dass Alltag, Beziehungen und Selbstbild erheblich belastet werden können.
In der klinischen Psychologie wird dieses Muster häufig im Zusammenhang mit der
Borderline-Persönlichkeitsstörung (Borderline Personality Disorder, BPD) beschrieben.
Forschung zeigt, dass diese Problematik besonders die Emotionsregulation, das
Selbstbild und das Beziehungserleben beeinflussen kann.
Die Gefühle sind dabei keineswegs „übertrieben“, sondern für Betroffene real und oft sehr schmerzhaft.
Fachlich wird BPD auch als emotional instabile Persönlichkeitsstörung (EUPD) bezeichnet.
Im Jugendalter sprechen Fachpersonen teilweise von
„emerging borderline personality disorder“, wenn bereits deutliche Merkmale vorhanden sind,
sich Persönlichkeit und Entwicklung jedoch noch im Wandel befinden.