Die Dyskalkulie, auch Rechenschwäche genannt, steht für eine Entwicklungsverzögerung im mathematischen Denken und im Verständnis der mathematischen Logik. Daraus resultieren anhaltende Probleme mit dem Lernstoff, die oft schon in der Grundschule deutlich werden. Der von Dyskalkulie betroffene Schüler hat häufig Probleme mit dem Zahlbegriff, dem Verständnis von Zahlmengen, dem freien Anwenden der Grundrechenarten und dem Verständnis der Dezimalstellen.
Bei der Dyskalkulie unterscheidet man zwischen drei Erscheinungsformen, die allerdings nicht isoliert sondern häufig in unterschiedlicher Ausprägung kombiniert auftreten:
Dyskalkulie und Nominalismus des Zahlbegriffs
Bei dieser Erscheinungsform der Dyskalkulie kennen die Kinder die Zahlen und auch deren richtige Reihenfolge, sie wissen aber nicht, was diese Zahlen bedeuten und können sich die dahinter stehenden Zahlmengen nicht vorstellen. Addition und Subtraktion können von den betroffenen Schülern meist nur durch Abzählen durchgeführt werden.
Dyskalkulie und Mechanismus der Rechenverfahren
Unter einem Mechanismus der Rechenverfahren versteht man, dass der Schüler die Rechenaufgaben immer nach einem festen Schema bearbeitet, das er zuvor auswendig gelernt hat. Er versteht den Sinn der einzelnen Schritte und deren Zusammenhänge jedoch nicht.
Dyskalkulie und Konkretismus
Ein Schüler der von Dyskalkulie betroffen ist und Symptome des Konkretismus zeigt, braucht zum Bewältigen der Rechenaufgaben ein direktes Veranschaulichungsmittel: in den meisten Fällen sind dies die Finger. Das Problem dabei ist, dass die Finger für den Schüler nicht als Veranschaulichungsmittel dienen sondern der Schüler die Handlung an sich als das eigentliche Rechnen begreift. Das Abzählen der Finger ist für ihn somit ßRechnenß. Die logische mathematische Denkweise des Rechnens bleibt dem Schüler durch die Dyskalkulie gänzlich verschlossen.
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