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Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitäts- Syndrom (ADHS)
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Eine Stärke dieser Kinder ist oftmals ihre Kreativität und die Fähigkeit, originelle Lösungen zu produzieren. Sie fallen auf durch phantastische Geschichten (die gelegentlich als Lügen interpretiert werden), besonders blumige Aufsätze (leider wegen der schlechten Schrift oft kaum lesbar), technische Konstruktionen (die meist nicht fertig werden) und eine besondere Farbwahl. Viele haben einen besonderen Sprachwitz (der allerdings zur Unzeit stört), sie können Situationen treffend charakterisieren (und da sie damit ungesteuert herausplatzen, für Peinlichkeiten sorgen), sie können musisch begabt sein (aber sind nicht zum Üben zu bewegen) und spielen überzeugend Theater (wenn sie es schaffen, pünktlich zu sein und sich an die Rolle zu halten). Diese Art der Kreativität wird allerdings von Lehrerinnen und Lehrern oder von Klassenkameraden nicht immer geschätzt, weil sie oft deren Erwartungen und Vorstellungen nicht entsprechen (bei diesen Kindern muss alles immer anders, extravagant sein).

Dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM-IV) zufolge gibt es drei Untergruppen der Störung:

  • vorwiegend hyperaktiv-impulsiv: "Das Zappelphilipp-Syndrom"
  • vorwiegend aufmerksamkeitsgestört: "Der Träumer"
  • Misch-Typ: aufmerksamkeitsgestört und hyperaktiv

  • Alle drei Gruppen entwickeln soziale Störungen als Folge ihrer Probleme. Bei manchen Kindern besteht zusätzlich ein oppositionelles und/oder dissoziales Verhalten, das sich im Widersetzen gegen jede Führung zeigt und in der Kombination mit Hyperaktivität zu erheblichen Aggressionen führt.


    Die sachgerechte Diagnosestellung von ADHS liegt in der Verantwortung von Fachleuten, insbesondere auch bei den Kinder- und Jugendärzten. Diese werden die Zusammenarbeit suchen mit Lehrern, Erziehern und anderen Betreuern. In besonderen Fällen sucht der verantwortungsvolle Kinder- und Jugendarzt die gemeinsame Klärung mit Kinder- und Jugendpsychiatern, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychologen.

    Abhängig vom Erscheinungsbild der Störung und dem Schweregrad der Beeinträchtigung kommen medizinische (Behandlung von Teilleistungsschwächen durch Medikamente), pädagogische, psychologische, psychotherapeutische Massnahmen in Frage. Welche Therapie einzusetzen und wo schwerpunktmäßig (beim Kind, bei den Eltern, in der Schule – meist überall nötig) anzusetzen ist, muss individuell entschieden werden. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten ist erforderlich. Bei der Frage nach der Therapie spielen auch äußere Umstände eine Rolle, wie z.B. die Verfügbarkeit von Therapeuten vor Ort, die Entfernungen zu geeigneten Einrichtungen.
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