ADHS – Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung – ist
eine medizinische Krankheitsbezeichnung für ein Störungsbild mit der Kombination
von Aufmerksamkeitsschwäche, überschießender Impulsivität und oft extremer
Unruhe (Hyperaktivität). Folgen sind verstärktes Störverhalten, unsystematische
und langsame Aufgabenlösung, Ablenkbarkeit und geringe Frustrationstoleranz. Nicht jedes "hyperaktive"
Kind muss dauernd zappeln, aber alle Kinder fallen aus dem Rahmen, sowohl in der Schule, als auch im
häuslichen Umfeld. Meist ist ihr Verhalten störend und bereitet Eltern, Erziehern und nicht
zuletzt den Kindern und Jugendlichen selbst erhebliche Schwierigkeiten. Früher wurde dieses
Krankheitsbild als Hyperkinetisches Syndrom bezeichnet. Auch heute noch gebräuchlich ist die Bezeichnung
ADS. Da aber Hyperaktivität immer dazu gehört, wenn auch manchmal nur gering ausgeprägt,
spricht man besser von ADHS.
Wenn die Motivation für eine Aufgabe vorhanden ist, können die Kinder und Jugendlichen ausgezeichnete Leistungen
erbringen. Aufgrund der kurzen Aufmerksamkeitsspanne tun sie sich jedoch schwer mit Aufgaben, die einen längeren zeitlichen
Rahmen beanspruchen. Insbesondere solche Aufgaben, bei denen viel Information im aktuellen Arbeitsgedächtnis zu behalten ist,
gelingen nicht so gut. Typisch ist auch ein Absacken des Leistungsbildes im Laufe einer längeren Aufgabe oder am späteren
Vormittag. Das Arbeitsverhalten unterliegt zudem starken Schwankungen: Einmal liefert das Kind eine brauchbare Arbeit ab und versagt
bei einer vergleichbaren Aufgabenstellung beim nächsten Mal. Diese Beobachtung kann zu dem falschen Schluß verleiten:
"Er / sie kann doch, wenn er / sie will!" Auch in der Motivation und Anstrengungsbereitschaft ist mit starken Schwankungen
zu rechnen. Misserfolge schwächen die Motivation zusätzlich, so dass bestimmte Aufgaben gemieden werden. Dieses
Phänomen ist auf Mängel in der Fähigkeit, sich selbst zu steuern und mit Frustrationen umzugehen, zurückzuführen.
Schwierig für diese Kinder sind eigenständige Kontrollschritte, z. B. Lösungen nochmals zu überprüfen.
Dazu müssen die Kinder direkt und konkret angehalten werden. Zusätzlich zur Aufmerksamkeitsstörung liegen
häufig weitere Teilleistungsstörungen vor. Hier sind insbesondere Störungen der visuellen oder akustischen
Wahrnehmungsdifferenzierung und der Steuerung der Feinmotorik zu nennen. Die Folge sind Schwierigkeiten in der Graphomotorik,
was sich in einem unregelmäßigen, schlechten Schriftbild äußert. Besonders schwerwiegend sind
Lese-Rechtschreib-Schwäche und Rechenschwäche, insbesondere wenn sie kombiniert auftreten.
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